Vor 80 Jahren öffneten Martins Bierstuben die Türen

Dass es heute das Traditionslokal Das Martins an eben diesem Ort gibt, ist einem Mann zu verdanken, der Heinrich Martins hieß. Er besaß Anfang der 1930er- Jahre auf dem Marienplatz einen Likörfabrik. Doch dieser musste Baumaßnahmen weichen. Es gab damals nämlich noch keine Schlossstraße. Als diese gebaut wurde, wurde sein Haus platt gemacht.

Bevor Heinrich Martins seine Martins Bierstuben in der Lübecker Straße eröffnete, besaß er dieses Likör-Geschäft am Marienplatz.

Als Ersatz für sein Geschäft bekam Likörfabrikant Heinrich Martins ersatzweise das Haus in der Lübecker Straße 19.  Dort wurde sein Likörgeschäft am 14. Januar 1937 wiedereröffnet. Gleichzeitig schuf der Geschäftsmann an diesem Standort eine Weinhandlung, die er aber nicht lange führte. Bereits 1946 verpachtete der Händler seine Martins Bierstuben an die Familie Priestapp. Die behielt das Lokal fest in den Händen. Anfangs als Kneipe, nach der Wende 1989 dann als Gaststätte. Heute führt Sybille Dietz in 4. Generation das Lokal, das zu den ältesten der Stadt zählt und noch immer eine unglaubliche Anziehungskraft besitzt.

Dauerbrenner Sauerfleisch

SauerfleischEigentlich ist Sauerfleisch ja ein Sommeressen. Aber im Das Martins ist es das ganze Jahr über ein Dauerbrenner. Serviert wird es mit hauseigener Remoulade und Bratkartoffeln. Liebhaber des kalten Gerichts können sich auch Sauerfleisch im Glas mit nach Hause nehmen. Ganz nach Lust und Laune bereitet die Wirtin des Hauses seit drei Jahren auch Entensauerfleisch zu. Dazu verwendet sie Entenbrust, zarte Zwiebelringe und Apfelstücke. Sauerfleisch ist übrigens ein typisches norddeutsches Gericht. Die Leute stellten es früher beim Schlachten her, um Fleisch zu konsersieren. Dabei wurde Fleisch mit Rippen und Schwarte zum Gelieren in einen Topf gegeben und mit Essig, Wasser und Gewürzen gekocht. Abgekühlt wanderte es in verschließbare Behälter. Monatelang konnte es so an einem kühlen Ort gelagert werden.

Wo ist denn der Martin?

Meist saß er friedlich in seinem Körbchen neben dem Tresen. Mit seinen großen Augen schaute er dem bunten Treiben im Restaurant zu. Martin, der kleine Rehpinscher, war vielen Gästen ans Herz gewachsen. Doch seit einigen Monaten ist der Korb leer. Kein Martin weit und breit. Wo steckt er? „Er hat im Vorjahr die meiste Zeit bei meinen Eltern verbracht“, erzählt Sybille Dietz. „Sozusagen als Therapiehund. Doch weil er selbst schon alt war, ist er im September leider gestorben. Wir waren alle sehr traurig.“

Während Bille zurückschaut, erinnert sie sich an den Tag, als der kleine Hund das erste Mal im Restaurant stand. Es war der Tag, an dem ich beschloss, Martins Bierstuben in Das Martins umzubenennen. Es war der 14. August 2007 um 23.30 Uhr. Ein lauer Sommerabend. Die Tür stand offen. Es saßen noch zwei Gäste aus Bremerhaven am Tresen. Die riefen plötzlich. „Hier ist ein Hund!“ Bille, die bis dahin nichts mit Tieren am Hut hatte, traute sich gar nicht, ihn anzufassen. Sie stellte ihm Wasser und eine Bockwurst hin. Doch er rührte nichts an. Am nächsten Tag ging sie mit ihm zum Tierarzt. So vergingen die Tage. Bille und Martin, wie sie ihn getauft hatte, waren fortan ein Herz und eine Seele.

Das Martins
Lübecker Straße 19
Telefon: 0385 56 59 77
info@DAS-MARTINS.de
www.das-martins.de

Öffnungszeiten:
Mo. – Fr. 11.30 bis 23 Uhr
Sa.-So. für Familienfeiern und Catering

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