Vom Holzbein zum bionischen Wunder

Geschichte und Entwicklung der Orthopädie bei Sanitätshaus Hofmann

2018 feiert das Schweriner Sanitätshaus Hofmann sein 125jähriges Firmenjubiläum. Zeit, zurückzublicken auf die facettenreiche Geschichte von Handwerkskunst und Gesundheitsfachhandel in dem Traditionsbetrieb. Interessant und doch wenig bekannt ist der Bereich der Orthopädie, in dem die Prothetik heute bahnbrechende Versorgungsmöglichkeiten aufweist – zum Beispiel eine Beinprothese, die „lernt“, wo es lang geht und auf welche Unwegsamkeiten zu achten ist.

1893 gründete Chirurgiemechaniker Georg Hofmann seine Ein-Mann-Werkstatt, in der er sich der Fertigung von medizinischen Instrumenten widmete. Doch bereits im 20. Jahrhundert sollte sein Sohn Paul das Geschäft von Grund auf ändern und vergrößern. Denn durch die zwei Weltkriege war eine extreme Bedürfnislage entstanden: Unzählige Kriegsveteranen kehrten versehrt nach Hause zurück, ihre Versorgung wurde zur Hauptaufgabe. Vor allem der Prothesenbau war wichtig, denn er erlaubte es den Veteranen, überhaupt wieder am Leben teilzunehmen.

Seit der Ära der Holzbeine mit einfachen Stahlgelenken ist natürlich viel Zeit ins Land gegangen. Denn bei aller Errungenschaft blieben den Amputierten durch die Behäbigkeit der damaligen Prothesen doch manche Aktivitäten wie Tanz, Wanderungen oder Sport verwehrt. „Heute hingegen ist Mobilität kaum ein Thema“, erklärt André Krüger, Orthopädietechnikermeister bei Sanitätshaus Hofmann. „Kunststoff, Karbon und Silikon machen die künstlichen Gliedmaßen leicht. Die Gelenke sind mehrachsig, leichtgängig und den natürlichen Bewegungsabläufen angepasst. Und mit Bionik ist im Grunde alles möglich – bis hin zum Leistungssport.“

Zur Erklärung: die bionische Prothetik versucht, durch Technik natürliche Prozesse nachzubilden. Ein Beispiel: Wenn wir gehen, werden unsere Körperinformationen („Achtung, ein Stolperstein!“) an das Gehirn übermittelt, das seinerseits unserem Körper den Befehl sendet, bestimmte Muskel- und Gelenkgruppen anzustrengen, die Balance zu halten, nicht zu stolpern. Das bionische Bein ist ähnlich intelligent, hier wird das Wechselspiel aus Körperinformationen, Muskelbewegungen und Befehlen über Sensoren aufgenommen und von Mikroprozessoren gesteuert. Der integrierte Computer „lernt“ auf diese Art, wie die Bewegungsabläufe für den Prothesenträger sein sollten.

„Das bionische Bein ist praktisch eine künstliche Intelligenz. Es entsteht ein genaues Abbild der Umwelt, der körpereigenen Impulse und bestimmter wiederholter Bewegungsabläufe“, begeistert sich André Krüger über die bahnbrechende Technologie. „Dadurch haben wir für Prothesenträger fantastische Möglichkeiten, was ein natürliches Gangbild und mehr Stabilität betrifft. Und nicht zuletzt können wir ihnen dadurch wieder Vertrauen in die eigene Mobilität schenken.“
dm

Sanitätshaus Hofmann
Bischofstraße 1
19055 Schwerin
Telefon 0385 59 23 811
www.sani-hofmann.de

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