Immer diese Vereinsmeierei

Das muss mal gesagt werden

Vereinsmeierei

Sie sind wieder da, die Laubenpieper. Nachdem sie ihr Winterquartier verlassen haben, ziehen sie in großen Schwärmen in ihre kleinen grünen Oasen und machen lautstark auf sich aufmerksam. Die Kleingartenanlagen erwachen zum Leben. Und mit ihr auch das Vereinsleben. Denn so ein Kleingartenverein hat auch einen Vorstand, der sich zum Beispiel um Streithähne kümmert, um Reparaturen von Wegen und Zäunen, gemeinsame Arbeitseinsätze plant …

Doch mitunter nimmt sich diese Spezie von Laubenpiepern zu wichtig. So gibt es Gartenvereine, in denen die Bewohner ihre Idylle so gar nicht recht genießen können, weil ihnen der Vorstand ständig mit irgendwelchen Vorschriften auf die Pelle rückt und nichts anderes zu tun hat, als das längst nicht mehr zeitgemäße Kleingartengesetz zu ernst zu nehmen.

Ärger im Vereinsleben gibt es in Schwerin aber nicht nur in den Kleingärtenvereinen. Vor allem in Sportvereinen rappelt es derzeit ordentlich. Schuld sind meist verkrustete Strukturen und vor allem ein überalterter Führungsstil, der mitunter Entscheidungsträgern ehemaliger DDR-Organisationen ähnelt. Da wird weder das Gespräch mit den Vereinsmitgliedern gesucht, noch werden Finanzen oder Beschlüsse allen offen dargelegt.

Aus dieser Misere schaffen sich viele Vereine kaum selbst zu befreien, obwohl sie es könnten. Da es aber an jüngeren, aufgeschlossenen Leuten mangelt, die bereit sind, ein Vorstandsamt zu übernehmen, bleibt alles beim alten. Das heutige Arbeitsleben fordert Flexibilität und Überstunden, da bleibt kaum Zeit für Freizeitstunden. Hinzu kommt, dass die Selbstverwirklichung, der Rückzugs ins Private den meisten inzwischen wichtiger ist als das Gemeinwohl.

Keine rosigen Aussichten für Schwerins Vereine. Und dennoch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Irgendwo keimt immer was Brauchbares heran. Wie sagte Hölderlin: Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch!

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