Handball-Stiere sind auf gutem Weg

Wurzeln des Schweriner Drittligisten reichen bis in die 1960er Jahr.

Was für eine Kulisse und was für ein neuer Saisonrekord: Knapp 2400 schauten sich im Oktober das letzte Heimspiel der Mecklenburger Stiere gegen den Handballsportverein Hamburg (HSV) an. Auch wenn die Gastgeber unter die Räder kamen, die Gesamtstimmung der Fans trübt das wenig. Die 1. Männermannschaft steht aktuell in der 3. Liga Nord unter Trainergespann Dirk Schimmler und Stephan Riediger sehr gut da. Das mittelfristig gesetzte Ziel, den Schwerinern wieder Handball in der 2. Bundesliga zu bieten, ist also keinesfalls Traumtänzerei.


Zu wünschen wäre es dem Schweriner Handball. Schließlich waren frühere Erfolge eine Sensation für sich. Ein halbes Jahr nach der Vereinigung der Männermannschaft der BSG Lok Schwerin mit der Jugendmannschaft der TSG Lankow 1966 wurden die Post-Handballer unter Trainer Hartmut Flau DDR-Meister.
Am gleichen Wochenende im März 1967 schafften die Post-Männer den Aufstieg in die DDR-Liga auf (damals 2.Liga). Dies wird gern als Geburtsstunde des Schweriner Handball betrachtet.


Die nächste Sensation gab es im Mai 1970. Vor 6000 Zuschauern erkämpfte sich die Männer-Mannschaft den Sieg gegen Dresden. Der Aufstieg in die DDR-Oberliga war gebongt. Post Schwerin wurde von da an zur Marke auf dem nationalen und internationalen Handballparkett. Schwerin erlebte einen Boom, der über Jahrzehnte anhielt. Mitunter säumten 6000 Zuschauer die Ränge in der Sport- und Kongresshalle. 22 Jahre hielten die Postler ihre Erstklassigkeit.


Nach der Wende verliefen die Jahre sportlich mal mehr mal weniger erfolgreich. Finanzielle Probleme führten den Träger nach 2012 in die Insolvenz. Mittlerweile ist die Krise gemeistert. Sie hat sogar bewirkt, dass alle Handballbegeisterten wieder enger zusammen rückten. Der Handball in Schwerin lebt gerade wieder auf. Die Mecklenburger Stiere sind und bleiben ein Traditionsverein, der vor allem von den vielen Fans lebt, zu dem auch der Fanclub Gelb-Blaue Ossenköpp e.V. gehört.

Fanclub Blaue Ossenköpp

Sehr erfolgreich präsentiert sich der Nachwuchs. Grundsätzlich folgen die Jungstiere dem Anspruch, in der jeweils höchsten Liga ihrer Altersklasse nicht nur mitzumischen, sondern auch Erfolge einzufahren. Schwerin ist wieder ein Handball-Leistungszentrum. Kinder und Jugendliche trainieren in neun Gruppen: von den Minis über alte Altersklassen. Vereinssportlehrer Andreas Westram (Inhaber A-Lizenz) kann sich auf auf gute Trainer, Co-Trainer und Betreuer stützen. Immer eine große Hilfe sind die Eltern, welche vor allem die kleinen Stiere begleiten, anfeuern und umsorgen.

© Fotos: Jungstiere, Fanclub, Football: Barbara Arndt
Volleyball, Tischtennis, Segeln: Mecklenburger Stiere e.V.
Mannschaftsfoto: maxpress
Spielmotiv: Dietmar Albrecht

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