Eigene Pellkartoffeln machen glücklich

Schweriner haben viele Gründe, sich an ihrem Kleingarten zu erfreuen.

KartoffelnSchrebergärten haben ihr „Spießerimage“ verloren. Die Schweriner zieht es wieder zahlreich in die Kleingärten. Zwar gibt es keine jahrelangen Wartelisten wie in Berlin und anderswo, denn die meisten Kleingartenanlagen haben kein Problem, freie Parzellen wieder an den Mann oder die Frau zu bringen. Vor allem junge Familien mit Kleinkindern interessieren sich für ein Wohnzimmer im Grünen. In Zeiten, in denen das Supermarktgemüse vollgepumpt ist mit Pestiziden, ist es wieder cool, sein eigenes Gemüse anzubauen.

Gartengeräte in der Schubkarre

Das findet auch Familie Kern, die in der Kleingartenanlage „Am Heidensee“ ihre Oase gefunden hat. Einem Verein, der inzwischen 96 Jahre auf dem Buckel hat und 218 Parzellen zählt. „Wir genießen jede Stunde in unserem Garten“, schwärmt Mutter Ramona. „Stopfen uns direkt an den Sträuchern die Münder mit süßen Beeren voll und verdrücken unsere eigenen Kartoffeln.“
Auf den Garten kam die dreiköpfige Familie, weil sie mit ihrem Baby nicht in der Weltgeschichte herumkutschieren wollte. „Wir wussten, so ein kleines Kind verlangt nicht viel – frische Luft, ein paar Marienkäfer zum Angucken und Erdbeeren zum Naschen. Jede Stunde im Garten war für uns wie Urlaub.“ Inzwischen ist Ramona Kerns Tochter fast vierzehn Jahre alt. In den Garten kommt sie noch gerne mit. Und sie kennt sich aus, weiß, dass Früchte nicht das ganze Jahr reifen und dass es Arbeit macht, sie zu pflücken. Dass sich so ein Garten ohne Chemie viel besser im Gleichgewicht hält und Unkräuter nichts schlimmes sind, sondern frisch aufgebrüht einen leckeren Heilkräuter-Tee ergeben.

Das Gefühl, in ihrem Gartenglück beeinträchtigt zu sein, hatte Ramona Kern nie. Kein Vorstand schritt pedantisch mit dem Maßband herum, um ihre Heckenhöhe zu messen oder zu schauen, ob sie auch ja genug Obst und Gemüse anbaue.
In der Tat ist es vor allem eines, was die meisten Kleingärtner suchen – nämlich Ruhe. Und wer Ruhe sucht, der lärmt nicht herum. Ansonsten sind die Beweggründe, sich einen Schrebergarten zuzulegen kunterbunt. Der eine setzt auf Selbstversorgung, der andere will nach vielen Stunden am PC seine Glieder strecken und in der Erde wühlen. Manche genießen den Anblick der Blumen und beißen erwartungsvoll in die neue Apfelsorte. Andere grillen seelig ihr Bratwürstchen oder halten einen Schnack mit dem Nachbarn. Schwerins Kleingärten sind blühende Oasen, die nicht nur den Menschen zur Erholung dienen, sondern Nahrungsquelle und Zuhause von Bienen, Insekten und vielen anderen Tieren sind. Warum sonst hat sich in vielen der Kleingartenanlagen ein Imker niedergelassen?

Das einzige Problem, das viele Laubenpieper haben, ist ein zu viel an guten Dingen wie Äpfeln, Tomaten oder Zucchinis. Die reiche Ernte lässt sich oft nicht alleine verputzen. Zur DDR-Zeit stellte hin und wieder jemand einen Tisch vor die Gartentür, um sein Obst und Gemüse anzubieten. Diese Tradition aufleben zu lassen, wäre schön.
In Kisten, Körben oder auf Tischchen könnten die Laubenpieber ihre frischen Köstlichkeiten anbieten – kostenlos oder gegen einen freiwilligen Obolus.

Diejenigen Schweriner, die keinen Garten besitzen, würden dieses Angebot sicher gern in Anspruch nehmen. Denn beim Anblick von frisch geerntetem Obst und Gemüse läuft einem wie von selbst das Wasser im Mund zusammen.

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