Das muss mal gesagt werden – Der Reiz liegt im Kleinen

Weg, nur weg hier… so dachten wir damals Anfang der 1990-er Jahre. Was hielt uns noch in dieser Stadt? Hier gab es kaum Kneipen, keine Uni und die Jobaussichten, na gut an die dachten wir nach dem Abi noch nicht. Nicht zu vergessen, Schwerin forderte uns mit seinen grauen Fassaden und den sorgenvollen Wende-Gesichtern nicht gerade dazu auf, hier zu bleiben. Und so machten wir uns alle auf den Weg. Der eine nach Kiel, der andere nach Berlin, Rostock, Greifswald …


Wir waren nicht die einzigen. Die Stadt verlor nach 1990 mehr als 30 000 Einwohner. Und heute? Steht Schwerin um einiges besser da. Schick sieht sie aus. Hübsch saniert. Prächtiges Schloss. Wer hier lebt, findet Ruhe und Gelassenheit, kurze Wege, betretbare Seeufer, kann allerlei Hobbys an frischer Luft nachgehen.

Leider ist das auch ein Nachteil. Es gibt nichts außer Erholung. Deshalb hauen die ganz Jungen immer noch ab. Doch die jungen Familien und die, die genug vom Partyleben in den Metropolen haben, die kommen eher zurück. Immerhin 2200 Rückkehrer gab es im Jahr 2016. Es wären sicher noch mehr, doch es fehlen die hochqualifizierten Jobs. Dennoch ist es gut, dass Schwerin nicht versucht, zur Metropole zu werden. Der Osten und Deutschland braucht keine weitere Großstadt im Norden. Gerade die Kleinheit hat ihren Reiz. Und in dieser kleinsten Landeshauptstadt kamen 2016 übrigens 1318 neue Erdenbürger im Schweriner Krankenhaus zur Welt – so viele wie lange nicht mehr. Für ausreichend Kinderlachen ist also gesorgt.

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